Anzeige: Stühle verleimen für Anfänger – rette deine Möbel!

Anzeige: Stühle verleimen für Anfänger – rette deine Möbel!

Werbung: Einige der abgebildeten Produkte wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält Werbelinks. Wenn du mehr zum Thema Werbung bei LaLilly Herzileien erfahren möchtest, findest du Näheres auf der Seite zur Transparenz im Umgang mit Werbung.

Vor einigen Wochen habe ich euch gezeigt, wie mein alter Stuhl aussieht, nachdem ich ihm einen neuen Anstrich gegönnt habe. Gerade über Instagram habe ich dazu einige Rückfragen bekommen. Vielleicht geht es dir wie meinen Followern: Deine Stühle werden schneller wackelig, als dass die Oberfläche leidet? Dann habe ich heute einige Tipps für dich, wie du deine Stühle rettest. Stühle zu verleimen ist nämlich eigentlich ganz einfach, wenn man ein paar Kniffe beachtet!

Warum werden Stühle wackelig?

Stühle sind sehr beanspruchte Möbelstücke. Anders als ein Schrank oder ein Tisch werden sie immer wieder hin und her geschoben. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, lehnst du dich zurück oder vor. Du verlagerst auch wenn man scheinbar ruhig sitzt, immer wieder das Gewicht und veränderst so auch die Belastung die auf den Stuhl wirkt. Die Bewegung und die in unterschiedliche Richtungen wirkende Belastung sorgt dafür, dass die Leimfugen immer wieder unterschiedliche durch Zug und Druck belastet werden. Das Bewegen auf einem Stuhl wirkt also ähnlich, wie das kontinuierliche Wackeln an einer verleimten Verbindung. Dadurch lockert sich mit der Zeit die Verbindung und der spröde Holzleim, mit dem Stühle normalerweise verleimt werden, löst sich. Der Stuhl beginnt zu wackeln.

Zwischen alten Stühlen, die handwerklich gefertigt wurden und modernen, maschinell gefertigten Holzverbindungen gibt es einen Unterschied. Während bei modernen Stühlen häufig Dübel und Schrauben zum Einsatz kommen um die Zarge mit Beinen und Lehne zu verbinden, sind alte Stühle mit klassischen Holzverbindungen zusammengesetzt. Dabei wird ein Zapfen direkt aus einem der zu verbindenen Holzteile gearbeitet und das passende Loch in das Gegenstück gearbeitet. Diese Verbindungen sind auch ohne Verleimung sehr haltbar und stabil, da die Form von Zapfen und Schlitz exakt zusammenpassen. Daher lohnt es sich immer, alte Stühle neu zu verleimen, wenn sie wackeln.

Stühle verleimen Step 1: Alles zerlegen

Der erste Schritt beim wacklige Stühle verleimen ist, dass du herausfinden musst, welche Verbindungen locker und welche noch stabil sind. Das merkst du, wenn du eine Sitzprobe machst. Drücke mit dem Rücken leicht gegen die Lehne. Wenn sie nun etwas nachgiebt, merkst du, ob sich auch die vorderen Stuhlbeine leicht nach vorn verschieben. Anschließend schaust du dir die Verbindungen zwischen der Zargenstücken (quere Teile) und den Beinen und Lehnen an: kannst du Lücken erkennen? Siehst du dass diese sich verändern, wenn du an den Stuhlbeinen wackelst? Dann solltest du nun Stück für Stück den Stuhl zerlegen. Als erstes löst du die Sitzfläche. Bei modernen Stühlen ist sie meist durch die Zarge verschraubt. Bei alten Stühlen auf der Zarge aufgeleimt. In diesem Fall löst du den Leim durch leichte Schläge von unten mit einem Holzhammer!

Es ist ausgesprochen wichtig, dass du einen Holzhammer verwendest, da Schläge mit einem Metallhammer Druckstellen im Holz hinterlassen würden! Wenn du keinen Holzhammer hast, kannst du die Flächen deines Stuhls auch schützen, indem du ein Brett zwischen den Hammer und das Holz des Stuhls hältst. Genauso solltest du auch bei Stühlen vorgehen die aus weichen Nadelhölzern gebaut sind. Diese Hölzer werden durch einen Holzhammer ebenfalls beschädigt, das Werkzeuge aus Hartholz gefertigt werden.

Nachdem du die Sitzfläche entfernt hast, trennst du nun die Zarge von den Stuhlbeinen. Überprüfe an allen Verbindungen ob sie noch fest sind, oder bereits beginnen sich zu lösen. Nur die Verbindungen an denen du auch mit viel Wackeln keine Bewegung feststellst, bleiben unberührt! Klopfe die Verbindungen vorsichtig mit dem Hammer auseinander. Dazu schlägst du als erstes abwechselnd oberhalb und unterhalb der Zargenteile gegen das zur Lehne durchlaufende Holz. So löst sich die Verbindung gleichmäßig. Wenn du die Lehne abgebaut hast, ist es einfach auch die anderen Verbindungen zu lösen.

Stühle verleimen Step 2: Leimreste entfernen

Zwar bieten moderne Klebstoffe oft auch dann Haftung, wenn der Untergrund nicht komplett von alten Leimresten befreit wurde, dennoch ist eine saubere Oberfläche eine wichtige Basis für eine langfristige und saubere Verklebung. Besonders die Rückstände von altem Holzleim oder PU-Klebern (Polyurethan) tragen in der Höhe auf dem Material auf.

Lockere Leimreste kannst du mit einem Stecheisen abschaben, dass du kontrolliert flach über das Holz führst. Auch ein sehr fein eingestellter Hobel ist geeignet um den Leim mechanisch zu entfernen. Wenn dein Stuhl richtig alt ist, ist er möglicherweise mit einem Knochenleim verklebt worden. bei diesem hilft dir heißer Wasserdampf um ihn etwas aufzuweichen – zum beispiel aus einem Steamer oder einem Dampfbügeleisen.

Anschließend werden die Flächen rund um die Holzverbindung abgeschliffen. Verwende zuerst ein etwas größeres und dann ein feineres Schleifpapier. Ich beginne gern mit 80er oder 120er Körung und gehe anschließend noch einmal mit 180er Papier darüber. Wenn du deinen Stuhl anschließend lackieren, ölen oder wachsen möchtest, kannst du auch alle Teile jetzt schon komplett schleifen, das ist viel einfacher als nach dem Verleimen!

Das Schleifen der Fäche rund um die Holzverbindung ist wichtig zum Stühle verleimen, damit hier wirklich Holz auf Holz zum Liegen kommt. Unebenheiten würden erneut zu Lücken führen, wodurch die Verleimung stärker beansprucht würde. Dann müsstest du deinen Stuhl schon bald erneut verleimen…

Stühle verleimen Step 3: Schritt für Schritt zusammenfügen

Mit welchem Kleber kannst ich die Stühle verleimen?

Wie ich bereits eingangs schrieb, sind Holzleime und Polyurethan basierte Kleber die üblichen Mittel zum Stühle verleimen. Aus Neugier habe ich jedoch dieses Mal zu einem anderen Kleber gegriffen und damit gute Erfahrungen gemacht – deutlich bessere sogar, als ich erwartet hatte!

Ich habe den PETEC Montagekleber zum Kleben und dichten genutzt. Den kannst du in verschiedenen Farben bestellen und entweder in einer Tube oder in einer Kartusche kaufen – jenachdem wie groß die Menge ist, die du benötigst. Eigentlich ist dieser Klebstoff dazu gedacht Dinge wie zum Beispiel Handtuchhalter, Haken, Fußleisten oder Regale auf unterschiedlichen Untergründen zu befestigen. Im Prinzip ein Allrounder für arbeiten im Haus oder auch am Auto.

PETEC Kleben und Dichten Montagekleber zum Stühle verleimen – warum?

Der Grund weshalb ich vom Ergebnis überrascht war? Der PETEC Montagekleber ist auch im ausgehärteten Zustand elastisch. Dadurch ist er vibrations- und stoßhemmend, aber ich war nicht sicher, wie gut er mit der Scherkraft im Bereich der Stuhllehne zurechtkommen würde. (Du erinnerst dich an meine anfängliche Beschreibung wie es überhaut zum Wackeln des Stuhls kommt,…) Da aber viele Aspekte in der Produktbeschreibung in meinen Augen für den Kleber sprachen, habe ich es gewagt, denn erneut auseinanderbauen kann man einen Stuhl ja immernoch, wenn das Ergebnis nicht passen sollte. Für den Kleber sprachen in meinen Augen das Fehlen von Isocyanat, Lösemittel, PVC und Silikon in der Liste der Inhaltsstoffe sowie die Überstreichbarkeit mit Dispersionsfarben. Schließlich hat mein Stuhl im Anschluss noch einen neuen Anstrich bekommen, und stühle verleimen ohne dass Kleber aus der Verbindung quillt ist eigentlich unmöglich. Auch dass der Klebstoff eine hohe Anfangshaftung hat, also schon bevor er ausgehärtet ist, halt bietet, ist von Vorteil. Zudem spricht die Verarbeitungszeit von 10-15 Minuten für den Kleber, denn Klebstoffe, die zu schnell aushärten, sind beim Stühle verleimen hinderlich. Gerade wenn man wenig Erfahrung damit hat, ist das Risiko groß, den Stuhl in Eile so zu verleimen, dass er im Anschluss wackelig ist. Ein Kleber, der die Zeit lässt besonnen und Schritt für Schritt vorzugehen, verhilft also gerade Anfängern zu einem Erfolgserlebnis!

Kleber angeben, Zwingen ansetzen, Überschuss abnehmen

Um deinen Stuhl nun Stück für Stück wieder zusammenzusetzen gehst du folgendermaßen vor:

Als erstes werden die Verbindungen innerhalb der Lehne wieder zusammengefügt. Reinige die Verbindungen um alte Späne oder Staub zu entfernen. Gib dann auf den Zapfen der Holzverbindung den Montagekleber an, sodass der Zapfen rundum mit Klebstoff bedeckt ist. Gib außerdem eine dünne Schicht Klebstoff im Bereich der Holzes über und unter dem Zapfen an. Da der Kleber auch dichtend wirkt, hilft er dir hier Lücken zwischen längs- und querlaufenden Teilen zu schließen.

Stecke anschließend die Teile zusammen und setze Zwingen mittig über die Holzverbindungen. Nimm Klebstoffüberschüsse mit einem Stecheisen ab. ACHTUNG: Verschmiere den Kleber nicht mit einem Lappen!

Anschließend werden auch die beiden Vorderen Stuhlbeine mit der Zarge verbunden. Setze eine Zwinge an, die im bereich der Verbindung zwischen Bein und Zwarge Druck ausübt. Achte dabei darauf die Zwinge so anzusetzen, dass die Beine gerade stehen! Gerade bei alten, etwas verzogenen Stühlen kann das bedeuten dass du die Zwinge leicht Schräg ansetzen musst um den Druck richtig zu verteilen!

Auch an der Lehne setzt du eine Zwinge im oberen Bereich, wenn du hier neu verklebt hast, und eine weitere unten auf Höhe der Zarge. Diese kannst du, wenn du Lehne und Stuhlvorderteil über die seitlichen Zargen verbunden hast, durch einen umlaufenden Spanngurt, der den Stuhl fest zusammendrückt, ersetzen.

Achte darauf ausschließlich Zwingen mit Kunststoffschutz zu nutzen, und bei weichen hölzern zusätzlich ein Stück holz unterzulegen, um Druckstellen zu vermeiden!

Miss nun die folgenden Diagonalen: linkes vorderes Bein zu rechtem hinteren Bein und rechtes Vorderes Bein zum linken hinteren Bein. Gemessen wird innen an der Oberkante des Rahmens auf dem die Sitzfläche später aufliegt. Justiere so lange mit dem Druck der Zwingen nach, bis die Strecken das gleiche Maß haben! Sonst wird dein Stuhl schief!

Ein schönes neues Leben mit dem alten Stuhl

Wie bereits eingangs erwähnt, habe ich meinen Stuhl nach dem verleimen noch gestrichen und natürlich das löchrige Wiener Geflecht ersetzt. Nachdem er am ersten Tag noch etwas wackelte, habe ich ihn einfach in Ruhe gelassen und die Luftfeuchtigkeit ihre Arbeit tun lassen. Denn über diese härtet der PETEC Montagekleber aus. Das bedeutet natürlich, dass in einem Jahr, in dem solange die Heizung laufen muss, wie in diesem, dass es Sinn macht ein paar Tage länger zu warten, bevor man sich auf den Stuhl setzt. Die Geduld wird aber belohnt: Inzwischen ist der Stuhl stabil und meine einzige Sorge bei der Benutzung ist, ob ich beim Austausch des Geflechts alles richtig gemacht habe. Ich werde es wohl merken – ein zu lockeres Geflecht wird schnell wieder ein Loch bekommen. Aber hier gilt für mich das gleiche wie beim Verleimen für dich. Trau dich, denn das Schlimmste das passieren kann ist, dass man vielleicht in ein paar Jahren noch einmal Hand anlegen muss. Und dann wirst du bereits mehr Erfahrung haben und das Ergebnis entsprechend besser gelingen. Denn eines darf man nie vergessen: Auch wenn du handwerkliche Arbeiten nur im Heimwerker und DIY Bereich umsetzt, macht Übung den Meister. Und um zu Üben, muss man einfach mal machen, auch wenn es vielleicht nicht beim ersten Mal perfekt wird!


Du nutzt Pinterest? Dann nimm dir eine der folgenden Grafiken mit auf deine Pinnwand, damit du meinen Beitrag einfach wiederfindest! Natürlich freue ich mich auch, wenn du den Beitrag teilst – sharing is caring! Wenn du selbst auf der Suche nach Inspirationen bist, dann schau dir doch mal meine Pinnwände an!


Folgen:
0
Werbung: Einige der abgebildeten Produkte wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag enthält Werbelinks. Wenn du mehr zum Thema Werbung bei LaLilly Herzileien erfahren möchtest, findest du Näheres auf der Seite zur Transparenz im Umgang mit Werbung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.