Waschbare Kosmetikpads nähen – Tutorial

Waschbare Kosmetikpads nähen – Tutorial

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Eine nicht ganz neue Idee, aber eine, die mich aus Gründen des Bedarfs gepackt hat? Kosmetikpads nähen!
Mich plagte es nämlich in letzter Zeit, das schlechte Gewissen! Zu viel Müll, zu viel, was zum ganz schnellen Verbrauch ist, für bloße Bequemlichkeit… Windeln, Feuchttücher, Wattepads…

 

 

Kosmetikpads nähen – wie kommt man darauf?

Ich gebe zu, ich bin (und bleibe) ein bequemer Mensch. Ich möchte keine Stoffwindeln benutzen (Ich komme so schon kaum gegen die Wäsche an, und habe mehrere Maschinen täglich), und ich möchte aus dem gleichen Grund auch nicht von Feuchttüchern zu Waschlappen oder wiederverwendbaren Feuchttüchern wechseln. Aber es ist gut, wenn man Kleinigkeiten verändert, die trotzdem große Wirkung haben. Für den einen ist es vielleicht der Verzicht auf den Coffee to go im Pappbecher. Ich habe noch nie eine Ablehnung erfahren, wenn ich darum gebeten habe meinen mitgebrachten Becher zu füllen. Ein anderer verzichtet auf Fleisch (das habe ich auch mal, 6 Jahre lang, aber dann ging es mir nicht mehr gut damit). Wieder andere kaufen vielleicht keine Kleidung mehr. Das halte ich momentan durch, aber es ist natürlich nicht gesagt dass das für immer ist.

 

 

Generell finde ich es toll, wenn man sich für einen oder mehrere kleine Bereiche entscheidet in denen man etwas verändert, weil es die Umwelt, das Leben von Menschen oder das von Tieren, ein kleines Stück weniger belastet. Vielleicht hast auch du bereits in deinem Leben Bereiche identifiziert, in denen du umdenken kannst?! Oder du bist bereit dich mit dem Thema auseinanderzusetzen und suchst Anregung?

Wichtig finde ich, dass man nicht belehrend oder missionierend wird, denn jemand anderes hat vielleicht seine Nische nicht im gleichen Bereich wie man selbst gefunden. Akzeptiere, dass die Beiträge die andere leisten zwar vielleicht nicht zu deiner eigenen Überzeugung passen, aber dennoch wertvoll sind!

 

 

In welchen Bereichen denke ich bereits um?

Mein Umdenk-Bereich ist momentan mein Badezimmer. Mir gefällt es nicht, in welch rasendem Tempo sich der Mülleimer dort füllt. Nicht nur mit Zahpasta-, Duschgel- und Shampoo- Tuben und Flaschen, sondern mit Wattepads, Gesichtsreinigungstüchern, Wattestäbchen und Co.
Es gibt Dinge, die sind sehr leicht zu ersetzen- beispielsweise Tampons oder Binden durch eine Menstruationstasse. Zwei Klicks weg und schon etwas für die Umwelt und die Gesundheit getan.

Es gibt viele Dinge, die eigentlich überflüssig sind, und bloß die reine Bequemlichkeit unterstützen, denn Gesichtsreinigung bedarf nicht zwingend einem feuchten Tuch, das anschließend in den Mülleimer wandert, sondern kann mit einem Waschlappen oder mit dem passenden Produkt auch direkt unter der Dusche geschehen. Wäre da nicht der innere Schweinehund, der sich ohne jegliche Kompromissbereitschaft auf dem Sofa der Bequemlichkeit räkelt. Schließlich ist es ein Handgriff mehr, wenn man den Waschlappen nass machen muss, als wenn man nur ein Tuch aus einer Packung zieht….

 

Ich habe für mich einen Kompromiss gesucht zwischen Bequemlichkeit und Umweltbewusstsein. Der erste Schritt war, dass ich mir bei Amazon Microfaserwaschlappen für Babys bestellt habe. vergleichsweise günstig, und eine große Packung. Eigentlich optimal zum direkten Verwenden. Nachdem ich es ausprobiert hatte, gefiel mir aber die Größe nicht. Zum Abschminken geht es noch ganz gut, aber um Gesichtswasser oder Makeupentferner zu verwenden waren sie mir zu unhandlich. Und ich wollte den Bequemlichkeitsfaktor. Daher kommt hier mein Tutorial für selbstgemachte, waschbare und auf Wunsch sogar feuchte Kosmetikpads.

 

 Tutorial Kosmetikpads nähen

Materialliste

Mikrofaser Kosmetiktücher* (oder Frottee, Baumwolljersey oder Sweat-Stoffreste)
runde Dose oder Wattepad als Schablone
Stoffmarker
Stoffschere

Außerdem:
Overlock- oder Nähmaschine mit passender Nadel und Garn

Für feuchte Pads:

Frischhaltedosen oder kleine verschließbare Gläser (Durchmesser passend für die Pads),
Makeupentferner
Gesichtswasser

 

Der Zuschnitt:

Übertrage mit Hilfe des Stoffmarkers die Schablone auf das Mikrofasertuch. ich empfehle einen Trickmarker oder Kreidestift, der auswaschbar ist, und ohne Druck auf dem Stoff zeichnet, da schon bei leichtem Druck der Stift in den Fasern verhakt

Versuche möglichst viele “Pads” auf einem Tuch anzuordnen, um materialsparend zu arbeiten.

Nun schneidest du die Pads aus, ich habe keine Nahtzugabe dazu gegeben, da ich sie nur versäubernd vernähe.

Nähen und Fertigstellen:

Lege immer zwei der Kreise aufeinander, und nähe sie mit einer Naht rundum zusammen. Einlagig werden die Pads zu dünn!
An der Overlock achte darauf, dass du nur minimal an den Kanten abschneidest.
An der Nähmaschine wird der Zickzackstich eingestellt und dann knapp entlang der Kante rund um das Pad genäht.
Die Nähte werden zu Beginn und am Ende gesichert- an der Nähmaschine durch vor und zurück nähen, an der Overlock durch einziehen der Fadenraupe in die Naht.

 

 

Feuchte Pads vorbereiten

Gib deine Pads in verschließbare Dosen oder Gläser. Anschließend gibst du Gesichtswasser beziehungsweise Makeupentferner direkt auf die Pads. Nur so viel, dass sie nicht zu nass sind! Nun wird die Dose verschlossen und die Pads sind bereit für ihren Einsatz. Ich bereite mir immer Pads für eine Woche vor. Länger als 10 Tage würde ich sie aus hygienischen Gründen nicht feucht lagern.

Hinweise zu Mikrofaser:

Wenn du wie ich aus Mikrofaser genäht hast, gelten die folgenden Pflegehinweise, damit du lange etwas von deinen Pads hast:
Mikrofasern kann man sich als eine Spirale vorstellen, in der sich Schmutz, Fett, Makeup und was wir von unserer Haut noch entfernen wollen, festhalten, bis sie in der Wäsche wieder herausgespült werden. Dadurch können Mikrofasern sehr viel Schmutz oder Flüssigkeit aufnehmen.

Jeder von uns, der Einweg Wattepads benutzt, verursacht einen riesigen Müllberg. Ich zeige dir wie du waschbare Kosmetikpads nähen kannst! Stoffresteabbau!

Leider besteht Weichspüler aus kleinen Kunststoffkügelchen, die sich genau in diese Spirale setzen und sie dauerhaft verstopfen. Daher darf Mikrofaser nie mit Weichspüler gewaschen werden. Wer nicht auf das Gefühl verzichten möchte, kann stattdessen einen Schuss Essig ins Weichspülerfach geben (riecht man hinterher auch wirklich nicht!)

Die meisten Mikrofasertücher sind bis 60 Grad waschbar, sofern es nicht anders angegeben ist.
Da Mikrofaser auch Staub sehr gut bindet, empfehle ich zum Waschen ein Wäschesäckchen zu verwenden, damit die Pads frei von Fusseln bleiben. Ich sammel meine gebrauchten Pads in einem solchen Säckchen, das in einer Dose hängt, sodass ich es am Ende der Woche nur herausnehmen, verschließen und direkt mit in die Waschmaschine geben muss.
Auf keinen Fall solltet ihr die Pads zum Entfernen von Nagellack nutzen, dieser lässt sich nichtmehr aus dem Pad waschen, und damit hätte die Idee der nachhaltigen Pads ein trauriges Ende! Es gibt aber tolle, mehrfachverwendbare Nagellackentfer- Dosen, mit denen man sehr viele Lackierungen entfernen kann!

 

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Verlinkt: Creadienstag, HOT, Dienstagsdinge

 

Folge:
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6 Kommentare

  1. Hihi, erst am Wochenende habe ich mit dem Lieblingsmenschen darüber gesprochen, dass ich mir auch Mikrofaser-Pads nähen möchte. 😀
    Mir ist es nämlich auch zu viel Müll, was da so regelmäßig in meinem Bad entsorgt wird.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  2. Hauptsache waschbar, wenn jeder der die selbst machen kann keine normalen mehr kauft, würde das wirklich einen Berg Müll vermeiden….

  3. Ich habe weniger als eine Stunde gebraucht, das kann man also super mal zwischendurch machen. Und diese Tücher die ich als Ausgangsmaterial benutz habe hakn auch nicht so wie es manche andere Mikrofaser tut

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