Waschbare Kosmetikpads nähen – Tutorial

Waschbare Kosmetikpads nähen – Tutorial

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Eine nicht ganz neue Idee, aber eine, die mich aus Gründen des Bedarfs gepackt hat? Kosmetikpads nähen!
Mich plagte es nämlich in letzter Zeit, das schlechte Gewissen! Zu viel Müll, zu viel, was zum ganz schnellen Verbrauch ist, für bloße Bequemlichkeit… Windeln, Feuchttücher, Wattepads..

Jeder von uns, der Einweg Wattepads benutzt, verursacht einen riesigen Müllberg. Ich zeige dir wie du waschbare Kosmetikpads nähen kannst! Stoffresteabbau!

Kosmetikpads nähen – wie kommt man darauf?

Ich gebe zu, ich bin (und bleibe) ein bequemer Mensch. Ich möchte keine Stoffwindeln benutzen (Ich komme so schon kaum gegen die Wäsche an, und habe mehrere Maschinen täglich), und ich möchte aus dem gleichen Grund auch nicht von Feuchttüchern zu Waschlappen oder wiederverwendbaren Feuchttüchern wechseln. Aber es ist gut, wenn man Kleinigkeiten verändert, die trotzdem große Wirkung haben. Für den einen ist es vielleicht der Verzicht auf den Coffee to go im Pappbecher. Ich habe noch nie eine Ablehnung erfahren, wenn ich darum gebeten habe meinen mitgebrachten Becher zu füllen. Ein anderer verzichtet auf Fleisch (das habe ich auch mal, 6 Jahre lang, aber dann ging es mir nicht mehr gut damit). Wieder andere kaufen vielleicht keine Kleidung mehr. Das halte ich momentan durch, aber es ist natürlich nicht gesagt dass das für immer ist.

Update Juni 2020: Inzwischen ist der Zwerg lange aus dem Windelalter heraus – wir haben es aber bis zum Schluss nicht geschafft auf Wegwerfwindeln zu verzichten. Dafür verzichte ich aber seit einem dreiviertel Jahr wieder auf Fleisch und es geht mir sehr gut damit!

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Generell finde ich es toll, wenn man sich für einen oder mehrere kleine Bereiche entscheidet in denen man etwas verändert, weil es die Umwelt, das Leben von Menschen oder das von Tieren, ein kleines Stück weniger belastet. Vielleicht hast auch du bereits in deinem Leben Bereiche identifiziert, in denen du umdenken kannst?! Oder du bist bereit dich mit dem Thema auseinanderzusetzen und suchst Anregung?

Wichtig finde ich, dass man nicht belehrend oder missionierend wird, denn jemand anderes hat möglicherweise seine Nische in einem anderen Bereich gefunden. Akzeptiere, dass die Beiträge die andere leisten zwar vielleicht nicht zu deiner eigenen Überzeugung passen, aber dennoch wertvoll sind!


In welchen Bereichen denke ich bereits um?

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Mein Umdenk-Bereich ist momentan mein Badezimmer. Mir gefällt es nicht, in welch rasendem Tempo sich der Mülleimer dort füllt. Nicht nur mit Zahpasta-, Duschgel- und Shampoo- Tuben und Flaschen, sondern mit Wattepads, Gesichtsreinigungstüchern, Wattestäbchen und Co.
Es gibt Dinge, die sind sehr leicht zu ersetzen- beispielsweise Tampons oder Binden durch eine Menstruationstasse. Zwei Klicks weg und schon etwas für die Umwelt und die Gesundheit getan.

Ich habe für mich einen Kompromiss gesucht zwischen Bequemlichkeit und Umweltbewusstsein. Der erste Schritt war, dass ich mir bei Amazon Microfaserwaschlappen für Babys bestellt habe. vergleichsweise günstig, und eine große Packung. Eigentlich optimal zum direkten Verwenden. Nachdem ich es ausprobiert hatte, gefiel mir aber die Größe nicht. Zum Abschminken geht es noch ganz gut, aber um Gesichtswasser oder Makeupentferner zu verwenden waren sie mir zu unhandlich. Und ich wollte den Bequemlichkeitsfaktor. Daher kommt hier mein Tutorial für selbstgemachte, waschbare und auf Wunsch sogar feuchte Kosmetikpads.


 Tutorial Kosmetikpads nähen

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Materialliste

Mikrofaser Kosmetiktücher* (oder Frottee, Baumwolljersey oder Sweat-Stoffreste)
runde Dose oder Wattepad als Schablone
Stoffmarker
Stoffschere

Außerdem:
Overlock- oder Nähmaschine mit passender Nadel und Garn

Für feuchte Pads:

Frischhaltedosen oder kleine verschließbare Gläser (Durchmesser passend für die Pads),
Makeupentferner
Gesichtswasser


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Der Zuschnitt:

Übertrage mit Hilfe des Stoffmarkers die Schablone auf das Mikrofasertuch. ich empfehle einen Trickmarker oder Kreidestift, der auswaschbar ist, und ohne Druck auf dem Stoff zeichnet, da schon bei leichtem Druck der Stift in den Fasern verhakt

Versuche möglichst viele „Pads“ auf einem Tuch anzuordnen, um materialsparend zu arbeiten.


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Nun schneidest du die Pads aus, ich habe keine Nahtzugabe dazu gegeben, da ich sie nur versäubernd vernähe.


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Nähen und Fertigstellen

Lege immer zwei der Kreise aufeinander, und nähe sie mit einer Naht rundum zusammen. Einlagig werden die Pads zu dünn!
An der Overlock achte darauf, dass du nur minimal an den Kanten abschneidest und reduziere die Stichlänge etwas, damit die Kante eng umschlungen wird- Frottee oder Mikrofaser neigen zum Fusseln wenn die Stiche zu weit sind!
An der Nähmaschine wird der Zickzackstich mit 5 mm Breite und 2 mm Stichlänge eingestellt und dann knapp entlang der Kante rund um das Pad genäht.
Die Nähte werden zu Beginn und am Ende gesichert- an der Nähmaschine durch vor und zurück nähen, an der Overlock durch einziehen der Fadenraupe in die Naht.


Bist du eher der Typ für Video-Anleitungen? Dann schau dir im folgenden Youtube-Video an, wie du die Pads Schritt für Schritt fertigstellst!


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Hinweise und Ideen

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Feuchte Kosmetikpads Vorbereiten

Vielleicht möchtest du auf den Luxus bereits angefeuchteter Pads zum Abschminken nicht verzichten?

Kein Problem: Gib deine Pads in verschließbare Dosen oder Gläser. Anschließend gibst du Gesichtswasser oder Makeupentferner direkt auf die Pads. Nur so viel, dass sie nicht zu nass sind! Nun wird die Dose verschlossen und die Pads sind bereit für ihren Einsatz. Ich bereite mir immer Pads für eine Woche vor. Länger als 10 Tage würde ich sie aus hygienischen Gründen nicht feucht lagern.


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Hinweise zu Mikrofaser:

Wenn du wie ich aus Mikrofaser genäht hast, gelten die folgenden Pflegehinweise, damit du lange etwas von deinen Pads hast:
Mikrofasern kann man sich als eine Spirale vorstellen, in der sich Schmutz, Fett, Makeup und was wir von unserer Haut noch entfernen wollen, festhalten, bis sie in der Wäsche wieder herausgespült werden. Dadurch können Mikrofasern sehr viel Schmutz oder Flüssigkeit aufnehmen.

Leider besteht Weichspüler aus kleinen Kunststoffkügelchen, die sich genau in diese Spirale setzen und sie dauerhaft verstopfen. Daher darf Mikrofaser nie mit Weichspüler gewaschen werden. Wer nicht auf das Gefühl verzichten möchte, kann stattdessen einen Schuss Essig ins Weichspülerfach geben (riecht man hinterher auch wirklich nicht!)

Die meisten Mikrofasertücher sind bis 60 Grad waschbar, sofern es nicht anders angegeben ist.
Da Mikrofaser auch Staub sehr gut bindet, empfehle ich zum Waschen ein Wäschesäckchen zu verwenden, damit die Pads frei von Fusseln bleiben. Ich sammel meine gebrauchten Pads in einem solchen Säckchen, das in einer Dose hängt, sodass ich es am Ende der Woche nur herausnehmen, verschließen und direkt mit in die Waschmaschine geben muss.

Auf keinen Fall solltet ihr die Pads zum Entfernen von Nagellack nutzen, dieser lässt sich nichtmehr aus dem Pad waschen, und damit hätte die Idee der nachhaltigen Pads ein trauriges Ende! Es gibt aber tolle, mehrfachverwendbare Nagellackentfer- Dosen, mit denen man sehr viele Lackierungen entfernen kann!

Du nutzt Pinterest? Dann nimm dir eine der folgenden Grafiken mit auf deine Pinnwand, damit du meinen Beitrag einfach wiederfindest! Natürlich freue ich mich auch, wenn du den Beitrag teilst – sharing is caring! Wenn du selbst auf der Suche nach Inspirationen bist, dann schau dir doch mal meine Pinnwände an!

verlinkt: DfdaD
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8 Kommentare

  1. Hihi, erst am Wochenende habe ich mit dem Lieblingsmenschen darüber gesprochen, dass ich mir auch Mikrofaser-Pads nähen möchte. 😀
    Mir ist es nämlich auch zu viel Müll, was da so regelmäßig in meinem Bad entsorgt wird.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  2. Hauptsache waschbar, wenn jeder der die selbst machen kann keine normalen mehr kauft, würde das wirklich einen Berg Müll vermeiden….

  3. Ich habe weniger als eine Stunde gebraucht, das kann man also super mal zwischendurch machen. Und diese Tücher die ich als Ausgangsmaterial benutz habe hakn auch nicht so wie es manche andere Mikrofaser tut

  4. Lisa
    /

    Ich bin momentan auf der Suche, welche Materialen man für die Pads am besten verwendet. Aber es werden Stoffe aus der Restekiste.
    Mikrofaser gibt jedoch bei jedem Waschen Mikroplastik ab!
    Der Grundgedanke, etwas gutes der Umwelt zutun ist zwar super. Bei der Verwendung des falschen Stoffes letztendlich aber auch schädlich.

    • LaLilly
      Autor
      /

      Hallo Lisa,
      ja, Microfaser gibt Mikroplastik ab. Jeans tut das auch, weil in den meisten Stoffen Elasthan verarbeitet ist. Ebenso T-shirts, der überwiegende Anteil von Sweatshirtstoffen, Badebekleidung, Sportkleidung, Funktionskleidung und viele weitere Dinge die wir in die Waschmaschine geben. Leider ist es aber auch nicht damit getan, all diese Dinge einfach in den Müll zu werfen, wo sie zwar aus den Augen und aus dem Sinn sind, nicht aber aus der Umwelt. Sie gehen von unseren Mülleimern aus zum Beispiel den Weg auf eine Müllkippe, wo sie vielleicht verbrannt werden und unserer Umwelt überwiegend als CO2 schaden, oder vielleicht auch einfach etwas länger liegen- dann entsteht durch UV-Strahlung, Reibung und ähnliche Einwirkungen ebenfalls Mikroplastik-Partikel, die in die Umwelt gelangen. Auch wenn sie in der Altkleidersammlung landen und zerschnitten werden um Füllmaterial, Malervlies oder ähnliches zu werden, gehen sie irgendwann – teils schon durch das Zerspahnen, den Weg in unsere Umwelt- ebenso als Mikroplastik. Ich habe mich daher entschieden, die Tücher, die auch auf dem Weg bis zu mir schon einen ökologischen Fußabdruck hatten, weshalb ich es ebenfalls unangebracht fände sie einfach in den Müll zu werfen, zu benutzen. Das Kind ist schon im Moment der Herstellung in den Brunnen gefallen, denn ist der Kunststoff erstmal produziert, ist er eben da und verschwindet nicht einfach wieder. Als die Tücher ihren Weg in meinen Haushalt gefunden haben, war Mikroplastik noch kein Thema, sonst hätte ich sie vielleicht nie gekauft. Ich putze auch nach wie vor mit Mikrofasertüchern, dafür aber ohne Reinigungsmittel, mit klarem Wasser.
      Ich habe lange zu dem Thema recherchiert, denn wo immer Mikrofaser erwähnt wird, kommt der regelmäßige Aufschrei wegen des Mikroplastiks. Darüber zu schreiben ist also ungefähr so populär wie wenn ich sagen würde, dass ich Autos ohne Katalysator ok fände, aber trotzdem wird in den wenigsten Haushalten konsequent auf Kunststoffe verzichtet, besonders wenn es um Kunstfaseranteile in Bekleidung geht. Die Meinungen gehen auseinander, sogar einige Umweltberatungen und Seiten von NGOs empfehlen Mikrofaser noch immer wegen der geringeren Umweltbelastung durch Reinigungsmittel. Daher habe ich mich entschieden mich der Tatsache dass es in meinem Haushalt Kunstfasern gibt, zu stellen und einen möglichst verantwortungsvollen Umgang damit zu finden. Das bedeutet, dass wegwerfen keine Lösung ist, sondern eine Verschiebung des Problems, und die Materialien so lange sie nutzbar sind auch weiter genutzt werden. Statt sie gegen ebenfalls oft problematische Naturfasern zu ersetzen habe ich das Geld das mich diese gekostet hätten in Wäschebeutel investiert die das Mikroplasitik aus der Kleidung oder den Kosmetikpads aufhalten. Ob das wirklich funktioniert, weiß ich nicht, aber vielleicht ist es zumindest ein kleiner Beitrag. Darüber hinaus ist es aber durchaus so, dass die Kläranlagen gut 99% des Mikroplastiks aus dem Haushaltsabwasser herausfiltern. Der größte Beitrag den Wir leisten können ist also wohl der, auf all die Produkte zu verzichten, die als Plasikmüll in den Meeren landen und dort zerrieben werden, sodass der Kunststoff direkt ins Wasser gelangt.

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