Der Anfang einer Peyotearbeit, gerade die ersten Reihen, kann sehr fummelig sein und bietet, besonders bei gemusterten Stücken, viel Potential für Fehler. Mit einem Peyote Starter kann man sich diesen Anfang erheblich erleichtern. Einer verkrampften Handhaltung, dem Verdrehen der Perlen, der Schwierigkeit, die Reihen zu erkennen oder dem Verziehen der ersten Reihen kannst du mit diesem Hilfsmittel einfach entgegenwirken. Die gute Nachricht: Man kann so einen Peyote Starter selber machen und immer wieder benutzen – du musst kein teures Produkt kaufen und es ist ein tolles Übungsprojekt für den Anfang. Die schlechte Nachricht: Hierfür musst du dich einmal durch die klassischen ersten Reihen quälen. Aber da wir ohne Muster arbeiten können, ist es dieses Mal halb so schlimm, wenn die Perlen sich drehen!
Was ist ein Peyote Starter?

Ein Peyote Starter ist ein Hilfsmittel, das es dir erleichtert, die ersten Reihen deiner Webarbeit anzufertigen. Du kannst diesen Peyote Starter selber machen, indem du ihn in der Peyotetechnik aus Perlen der gleichen Größe webst wie du sie später für deine Webarbeit verwenden willst.
Durch die Nutzung des Starters kannst du gängige Probleme am Beginn der Perlenarbeit umgehen: Schwankungen der Fadenspannung, durch die sich die ersten Reihen biegen, das Drehen der Perlen in die falsche Anordnung beim Weben der vierten Reihe und Schmerzen in der Hand durch eine verkrampfte Haltung. Als kleiner Bonus ist es zudem leichter, die ersten Musterreihen zu erkennen und nach einem Musterchart zu arbeiten.
Die Verwendung des Peyote Starters ist dabei ganz einfach: Die Perlen werden, statt frei mit der Webarbeit zu beginnen, locker in die Lücken eines bestehenden Peyote Webstücks gearbeitet. Da die Verbindung nur locker ist und der Arbeitsfaden nicht im Starter vernäht wird, lassen sich Webarbeit und Peyote Starter später ganz einfach wieder voneinander trennen.
Welche Vorteile hat ein Peyote Starter?
Wenn du gerade mit dem Perlenweben anfängst, kann es am Anfang noch recht kompliziert sein, die Perlen im Zaum zu halten. Gerade wenn du die ersten Webreihen (Musterreihe 3) gearbeitet hast, kommen verschiedene Dinge zusammen:
Während du deine Webarbeit vorher noch über den Finger gewickelt halten konntest, hast du ab dieser Reihe ein festes Gebilde, das jedoch sehr schmal ist. Dadurch ist es schwierig es gleichzeitig festzuhalten und die Perlen in den nächsten Lücken festzuziehen. Daher fühlen sich die ersten 4-10 Reihen einer Webarbeit immer etwas nach „ich muss da erst reinkommen“ an und laufen nicht im gleichen Flow wie du ihn später beim Weben empfindest.

Der Peyote Starter bietet dir eine Fläche, die du gut halten kannst und erleichtert dir somit genau diesen Abschnitt der Webarbeit. Gleichzeitig stabilisieren die bestehenden Reihen des Starters den Beginn deines Webstücks und helfen dir, eine gleichmäßige Fadenspannung aufzubauen, wodurch sich kein Zug im Webstück bildet. Das ist gerade bei breiten Webarbeiten hilfreich, da diese sich aufgrund der Höhe der übereinander laufenden Perlenreihen leicht in eine Art Sichelform verziehen.
Der große Vorteil am Peyote Starter selber machen ist, dass du deinen Starter auf dein Webstück – oder die Art deiner Webstücke allgemein anpassen kannst. Wenn du Tapisserien oder kleine Bilder webst, also häufig mit sehr hohen Webstücken aus vielen Perlenreihen arbeitest, dann fertigst du deinen Starter mit etwas größerer Höhe als deine gängigen Webstücke. Wenn du gern Schmuckstücke wie Armbänder oder Ringe webst, brauchst du deutlich geringere Höhen und kannst deinen Starter dementsprechend deutlich niedriger fertigen. Und bei Bedarf? Kannst du dir weitere Starter in anderen Höhen ebenfalls bequem selbst herstellen.
Übrigens: deinen Peyote Starter kannst du sowohl im Evencount als auch im Odd Count verwenden!
Peyote Starter selber machen vs. Kaufoptionen
Wenn du deinen Peyote Starter nicht selber machen willst, kannst du auch Quick Start Cards oder 3D-gedruckte Starterstreifen kaufen. Hiermit bist du jedoch deutlich unflexibler was die Höhe angeht. Außerdem sind die Produkte schwer erhältlich und in vielen Shops nur für Miyuki Perlen in Größe 11 vorhanden. Wenn du deinen Starter selber webst, sparst du nicht nur Geld, sondern kannst ihn passend für jede Perlensorte und -größe mit der du gerne arbeitest herstellen.
Material für den Peyote Starter
Du benötigst zum Anfertigen des Peyote Starters nur Materialien, die du auch später für deine Webarbeit brauchst:
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- Perlen – z.B. Miyuki Delica in der gleichen Größe wie für dein späteres Projekt
- Perlenfaden – am besten Fireline oder ein ähnlich stabiles Material
- Perlennadel – Größe passend zur Größe der Perlen
- Schere – scharf bis in die Spitze!
- Perlenmatte
- Fadenwachs oder -conditioner
- eine etwas größere Perle, z.B. eine Rocaille, als Stopperperle
Bei den Perlen verwendest du für den Starter immer die gleiche Art Perlen wie für das spätere Projekt – zum Beispiel Miyuki Delica, in der Größe, die du später für deine Webarbeit verwenden möchtest. Hilfreich sind zwei kontrastierende Perlenfarben – gern auch Reste, ungeliebte Farben oder Perlen mit weniger haltbarer Oberfläche. Dein Starter muss in erster Linie stabil sein, nicht hübsch!
Wenn du die Materialien direkt bestellen möchtest, findest du hier meine Favoriten auf Amazon:
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Tipp: Durch die beiden kontrastierenden Farben kannst du immer den größtmöglichen Kontrast zu den Perlen deines neuen Projektes auswählen, um beim Zählen von Reihen und später beim Ablösen des Starters besser die Orientierung zu behalten! Ein ein- oder mehrfarbiger Starter funktioniert aber ebenfalls, wenn du z. B. Perlenreste verbrauchen möchtest!
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Materialempfehlungen DIY-Schmuck
Es gibt eine riesige Menge von Materialien für die verschiedenen Techniken der Schmuckherstellung. Ein paar Dinge, die du fast immer benötigst, möchte ich dir gern empfehlen.
Für Schmuck mit Makramee-Elementen, Handyketten und Ketten für Charms kannst du Nylonschnur als Basis nutzen- sie ist flexibel und in vielen Farben erhältlich.
Zum Perlenweben habe ich dir hier eine Liste mit Empfehlungen angelegt. Tipps findest du auch in meinem Blogbeitrag „Perlenweben“ mit Informationen zu Sticharten und Materialien und den Anleitungen zum Perlenweben
Außergewöhnliche Perlen und viel Zubehör findest du bei Idee oder Amazon.
Peyote Starter selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Größe und Höhe des Starters festlegen
Damit du mit deinem Starter bequem arbeiten kannst, sollte er etwas höher sein als das Webstück, das du anfertigen möchtest. Wenn du Schmuck wie Armbänder, Ringe oder Ketten weben möchtest, reicht es in den meisten Fällen, wenn du 30 Perlen für den Starter aufnimmst. Wenn du etwas anderes weben möchtest, nimm für deinen Starter 6 Perlen mehr auf, als Reihe 1 und 2 deines Projektes zusammen haben. So ist dein Starter immer etwas größer als dein späteres Projekt.
In der Breite richtet sich die Zahl der Reihen, die du benötigst, um bequem mit dem Starter arbeiten zu können, nach der Größe deiner Perlen. Ich finde es besonders komfortabel bei Miyuki Delica 15/0: 20 Reihen je Farbe, bei Miyuki Delica 11/0: 15 Reihen je Farbe und bei Miyuki Delica 10/0: 10 Reihen je Farbe zu weben. Bei Rocailles kannst du meist 1-2 Reihen weniger weben, da die Perlen etwas breiter sind.
Den Peyote Starter weben

Fädele etwa 1,5 m Perlenfaden in die Nadel ein. Zieh den Faden weit durch das Öhr, sodass nur ca. 30 cm einfach liegender Faden übrig bleiben. So musst du den Faden nicht so oft neu ansetzen. Zieh die Stopperperle auf den Faden auf. Anschließend führst du den Faden noch zweimal in der gleichen Richtung durch die Perle, sodass die Perle doppelt umschlungen im Faden liegt. Es sollte ein Fadenende von ca. 15 cm bleiben, damit du den Faden später vernähen kannst.
Zieh einmal an der Stopperperle. Sie sollte nicht auf dem Faden verrutschen. Wenn sie sich noch verschieben lässt, führe den Faden ein weiteres Mal hindurch. Mach auf keinen Fall einen Knoten!

Zieh nun die Perlen deiner ersten beiden Reihen auf den Faden auf. Wenn du deinen Starter für Schmuck verwenden möchtest und kein abweichendes Maß berechnet hast, nimm 30 Stück.

Webe nun die erste Reihe (3. Musterreihe). Hierzu nimmst du eine Perle auf, führst den Faden durch die vorletzte Perle und arbeitest dich dann vor, indem du immer eine Perle aufnimmst und den Faden anschließend durch die übernächste Perle deiner Startreihe ziehst.
Wenn du gerade erst mit dem Perlenweben beginnst, findest du hier eine illustrierte Step-by-Step-Anleitung:

Webe nun einfach die Reihen weiter, bis du die für deine Perlengröße passende Anzahl Reihen gewebt hast. Du solltest nun einen Streifen ähnlich diesem hier vor dir haben.

Webe anschließend mit den Perlen der zweiten Farbe die gleiche Anzahl Reihen.

Führe deinen Arbeitsfaden nun über mehrere Perlen schräg zur Mitte des Starters und vernähe ihn hier. Dann kannst du die Stopperperle entfernen und den Anfangsfaden ebenso vernähen.
Vermeide beim Vernähen unbedingt die äußeren Reihen. Diese werden immer wieder bei der Nutzung des Starters beansprucht und sollten daher nicht unnötig viele zusätzliche Fadendurchgänge haben. Je kleiner deine Perlen sind, desto wichtiger sind möglichst wenige Durchgänge!
So verwendest du den Peyote Starter
Du hast nun einen fertigen Peyote Starter – schauen wir uns also an, wie damit gearbeitet wird! Ein Hinweis vorab: Wenn du mit einem Starter arbeitest, werden die Perlen der ersten und zweiten Musterreihe nicht gemeinsam auf den Faden aufgenommen. Die Reihen werden genauso gewebt, wie sie im Muster erscheinen – als lägen sie mitten im Webstück. Da ausgeschriebene Anleitungen die ersten beiden Reihen meistens zusammenfassen, ist es an dieser Stelle wichtig, dass du erst in Musterreihe 3 zur ausgeschriebenen Anleitung wechselst und die ersten beiden Reihen nach Musterchart arbeitest!
Das neue Webstück am Starter beginnen

Fädele den Arbeitsfaden für dein Webstück in die Nadel ein. Ich empfehle dir, ihn vorher mit Fadenwachs oder Conditioner zu behandeln. Das reduziert das Verdrehen und Aufspalten während des Webvorgangs.
Zieh die Stopperperle auf und sichere sie durch drei Fadendurchgänge – prüfe, dass sie stabil sitzt und ein Ende von ca. 15 cm hinter der Stopperperle bleibt.
Die Stopperperle MUSS verwendet werden, wenn du mit einem Starter arbeitest!

Du legst deinen Starter nun so vor dich, dass die unterste Reihe in deiner Arbeitsrichtung eine zurückspringende Perle zeigt. Die oberste Reihe läuft in Arbeitsrichtung durch. Zieh deinen Arbeitsfaden von unten durch die unterste vorspringende Perle.
Durch die zurückspringende unterste Reihe ist dir die Stopperperle beim Weben weniger im Weg – funktionieren würde es auch andersherum!

Nimm nun die erste Perle deiner Webarbeit auf, stich durch die zweite vorspringende Perle des Starters, dann wieder eine Perle deiner Webarbeit und so weiter, bis du die volle Höhe deines Webstücks erreicht hast. Dann beginnst du, wie du es gewohnt bist, die zweite Musterreihe. Der Rest deines Starters steht einfach nach oben über.
Zieh den Faden straff an, damit deine erste Reihe stabil wird und gut zwischen den Reihen deines Starters hält.

Webe nun so viele Reihen deines Musters, bis du es bequem festhalten kannst, ohne zu verkrampfen. Dann können Starter und Webstück voneinander getrennt werden.
Peyote Starter und Webstück voneinander trennen
Wenn du ein ausreichend großes Stück gewebt hast, um bequem weiterzuarbeiten, werden Peyote Starter und Webstück voneinander getrennt.

Löse vorsichtig die Fadenschlingen um deine Stopperperle und entferne die Perle.
Achtung: Auf keinen Fall darf der Faden abgeschnitten werden! Manche Fäden lassen sich nur mit etwas Geduld lösen, da sie zum Auffasern neigen. Dann nimm dir einen Kaffee und versuch es erneut. Im absoluten Notfall kannst du auch die Stopperperle zerschlagen, wenn sie aus Glas ist. Decke sie hierfür ab und schütze deine Augen! Der Faden muss in jedem Fall intakt bleiben!

Wenn die Stopperperle entfernt ist, kannst du vorsichtig von unten nach oben das Webstück und den Starter auseinanderziehen, um den faden zu lockern. Anschließend ziehst du Stück für Stück den Faden aus den Perlen heraus. Keine Sorge, die erste Reihe ist durch die Fadendurchgänge der zweiten Reihe gesichert, sodass keine Perlen abfallen können.

Du hast nun deinen Starter wieder separat und einsatzbereit für das nächste Projekt. Den Anfangsfaden deines Webstücks vernähst du wie immer, damit alle Perlen gesichert sind.
Der Peyote Starter als Perlen-Swatch
Einen kleinen Tipp möchte ich dir noch mitgeben: Wenn du eine neue Perlenfarbe oder -sorte gekauft hast, ist es immer ratsam, einen „Swatch“, also ein Probestück zu weben, in dem du die flächige Farbwirkung beurteilen kannst. Diese kann nämlich sehr von der Wirkung im Röhrchen oder Tütchen abweichen, da dort immer mehrere Perlen hintereinander liegen und z.B. die Farbe transparenter Perlen verstärkt wirkt. Ein solcher Swatch bietet dir außerdem die Möglichkeit, zu sehen, ob sich die Oberfläche deiner Perlen beim Weben durch den Hautkontakt verändert – und du kannst den Swatch auch anderen Einflüssen aussetzen, um die Haltbarkeit zu testen. Mehr zu den verschiedenen Perlenarten und der Haltbarkeit der Oberflächen kannst du in meinem Beitrag zu Perlen-Finishes lesen.
Da es bei einem Peyote Starter nicht wichtig ist, dass er schön aussieht, sondern dass er stabil und langlebig ist, ist dieses Projekt perfekt, um neue Perlen zu testen.
Peyote Starter aufbewahren und wiederverwenden

Deine Peyote Starter kannst du verwenden, bis Perlen der ersten Reihe oder der Arbeitsfaden kaputtgehen. Damit sie lange haltbar sind, empfehle ich dir, sie genauso aufzubewahren, wie du es bei fertigen Webstücken tun würdest: flach, trocken, nicht der Sonne ausgesetzt, ohne Einflüsse von Reinigungsmitteln, Parfum und ähnlichem, damit die Fäden lange haltbar bleiben. Wenn dir innerhalb der Fläche Perlen kaputt gehen, ist das kein Problem – auch wenn hier vereinzelte Lücken entstehen, bleibt der Starter nutzbar –v orausgesetzt, dass er in sich stabil und fest bleibt.
Wenn du viele verschiedene Perlenhersteller nutzt, ist es sinnvoll, die Starter z. B. mit einem Hangtag zu kennzeichnen. Bei einer Aufbewahrung als Farbswatch kannst du hier auch die Farbnummer notieren.
Aufgrund der fehlenden Eigendehnung von Fireline empfehle ich dir diesen Faden als Basis für deine Starter. Das Trennen von Webstück und Starter bedeutet immer, dass Zug auf die Perlen wirkt. Fireline hält hier am besten stand.

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