Die Stoff- und Wollecke Wunstorf

Die Stoff- und Wollecke Wunstorf

Bitte beachten: Ich bin nicht die Inhaberin eines Stoffgeschäftes, der Beitrag ist zu einem Besuch in einem Stoffgeschäft entstanden, das inzwischen geschlossen hat. Dennoch bietet Wunstorf tolle Möglichkeiten zum Kauf von Stoff, Wolle, Kurzwaren und Nähmaschinen und entsprehenden Kursen.

8 Jahre später- noch immer ist Wunstorf die kleine, beschauliche Stadt zwischen Hannover und dem Steinhuder Meer. Doch auch hier hat sich in der Zwischenzeit einiges getan. Während wir zeitweise ein Stoffparadies mit drei Geschäften mit Stoffen in der Innenstadt waren, hat der Wandel der Zeit dazu geführt, dass die Stoff- und Wollecke inzwischen geschlossen hat. Dennoch lohnt es sich nach Wunstorf zu kommen, denn noch immer gibt es hier das Coldewerk, das Stoffe und inzwischen auch Wolle anbietet, und den Nähmaschinenladen von Andrea Loos, der Stoffe, Kurzwaren, Nähmaschinen und das passende Zubehör anbietet. In Steinhude lädt zudem die Leinenfabrik zu einem Besuch ein. Hier gibt es einen aktuelleren Beitrag zum Thema Stoffläden in Wunstorf und am Steinhuder Meer, mit Adressen und Tipps.

Da ich euch den ursprünglichen Beitrag nicht vorenthalten möchte, lasse ich ihn hier dauerhaft online. Es ist nicht nur ein Bericht über einen einfachen Stoffladen, sondern über eine Wunstorfer Institution, denn die Stoff- und Wollecke ging aus dem Stoff- und Wollgeschäft „Fischer“ hervor, das in Wunstorf mehrere Generationen von Kundinnen mit Materialien für ihre kreativen Hobbys versorgt hat. In meinen Nähkursen höre ich regelmäßig den Satz „Diesen Stoff habe ich damals noch bei Frau Wittau gekauft“ und alle bedauern gleichermaßen, dass die traditionelle Wunstorfer Anlaufstelle für Kreativbedarf nicht mehr da ist. Auch als ich meinen Beitrag über die Stoff- und Wollecke schrieb, war der Laden bereits unter einer neuen Besitzerin in andere Räumlichkeiten umgezogen. Das ehemalige Geschäft „Fischer“ befand sich direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite der langen Straße. – Nun aber genug der Vorrede und rein in den Beitrag zu meinem Besuch:

2018

Wunstorf, eine gemütliche Kleinstadt nahe Hannover – und der Ort in dem ich aufgewachsen bin. Es wird also Zeit, euch endlich mal den dortigen Stoffladen vorzustellen, denn da nahm für mich alle Handarbeit ihren Anfang. Im Letzten Herbst habe ich die Stoff- und Wollecke besucht, als dort gerade ein Nähwochenende stattfand. Damals habe ich auch die Bilder für diesen Beitrag aufgenommen. Mit meiner Geschichte über den Laden möchte ich aber trotzdem viel früher anfangen- vor ungefähr 23 Jahren, als ich in der dritten Klasse endlich das Fach „Textiles Gestalten“ bekam.

 

Wunstorf, eine gemütliche Kleinstadt nahe Hannover – und der Ort in dem ich aufgewachsen bin. Ws wird also Zeit, euch endlich mal den dortigen Stoffladen vorzustellen, denn da nahm für mich alle Handarbeit ihren Anfang.

 

Die vergangenen 23 Jahre

In der dritten Klasse war es also endlich so weit- ich bekam in der Schule die Fächer Werken und Textiles Gestalten. Ich habe mich damals sehr darüber gefreut, vor allem, weil meine Tante Luise mir schon das ein oder andere gezeigt hatte, häkeln zum Beispiel, und ich hoffte ich würde nun auch richtig stricken lernen. Den Anfang machte aber das Nähen von kleinen Fingerpuppen aus Filz. Ein Projekt, für das ich mit einer Materialliste ausgestattet nachmittags mit meiner Mutter einkaufen ging. Bei „Fischer“ dem damaligen Wunstorfer Handarbeitsgeschäft. Fischer war eine Institution in Wunstorf, so war zumindest mein Gefühl damals- und ich würde mich wundern, wenn nicht jeder und jede Wunstorfer Grundschüler oder Grundschülerin einmal dort war um Material für den Unterricht zu kaufen.

 

Wunstorf, eine gemütliche Kleinstadt nahe Hannover – und der Ort in dem ich aufgewachsen bin. Ws wird also Zeit, euch endlich mal den dortigen Stoffladen vorzustellen, denn da nahm für mich alle Handarbeit ihren Anfang.

 

Wie in der Stoff und Wollecke, gab es auch schon bei Fischer für alle möglichen Richtungen von Handarbeit  das passende Material zu kaufen. Garne zum Stricken und Häkeln, Kurzwaren, Nähzubehör und viele Dinge, von denen ich mir als Kind nicht vorstellen konnte wozu sie gut sein könnten. Für mich war damals, Mitte der Neunziger, ohnehin das Regal mit glitzernden Paillettenstoffen in allen Farben und Formen der anziehenste Punkt des Ladens.

 

Später wandelte sich meine Affinität hin zu den glänzenden Baumwollgarnen, aus denen ich Mützen häkelte. Sogar bei meinem Umzug in die erste eigene Wohnung spielte der Laden eine Rolle für mich. Ich besorgte Zubehör um Gardienen zu nähen. Obwohl ich damals auf die andere Seite von Hannover zog, war der Laden für mich die einzig denkbare Anlaufstelle.

 

Wunstorf, eine gemütliche Kleinstadt nahe Hannover – und der Ort in dem ich aufgewachsen bin. Ws wird also Zeit, euch endlich mal den dortigen Stoffladen vorzustellen, denn da nahm für mich alle Handarbeit ihren Anfang.

 

Die Gegenwart

Inzwischen ist der Laden umgezogen und heißt Stoff- und Wollecke. Ich habe ihn zum ersten Mal wieder besucht, als ich angefangen habe viel zu nähen, und immer auf der Suche nach schönen Stoffen war. Inzwischen ist der Laden umgezogen, genau auf die gegenüberliegende Straßenseite, und deutlich gemütlicher und einladender als sein Vorgänger. Das wichtigste für mich, neben der tollen Auswahl an Stoffen, Wolle und Kurzwaren ist aber, das ich den Laden mit zwei netten Menschen verbinde: Die Besitzerin Henrike Blöthe hat schon im alten „Fischer“ gearbeitet und war für mich immer das Gesicht das ich mit Stoffen und Nähen verbunden habe. Bei ihr hat meine Mutter als wir Kinder waren ihre erste Hose im Nähkurs genäht, und ich erinnere mich lebhaft daran, wie sie zwischen den Kursterminen geflucht hat.

Die zweite Person, wegen der ich mich immer freue wenn ich in die Stoff- und Wollecke komme, ist Anja, eine ehemalige Tupperkollegin von mir, mit der ich mich immer gern unterhalte, und die mir schon immer sympathisch war. Eigentlich müsste ich unbedingt mal wieder hin zur Stoff- und Wollecke….

 

Wunstorf, eine gemütliche Kleinstadt nahe Hannover – und der Ort in dem ich aufgewachsen bin. Ws wird also Zeit, euch endlich mal den dortigen Stoffladen vorzustellen, denn da nahm für mich alle Handarbeit ihren Anfang.

 

Das Sortiment

Noch immer gibt es in der Stoff- und Wollecke eine gute Mischung an Materialien für alle Handarbeitsrichtungen. Egal ob du Garn oder Stoff brauchst, der Laden ist die passende Anlaufstelle. Neben den Materialien gibt es auch eine Auswahl an Büchern und Zeitschriften mit Anleitungen. So kann mit der guten Beratung, die ich selbst beobachten konnte, ein ganzes Projekt vor Ort geplant werden. Anfänger können noch immer in Nähkursen das Nähen lernen.

 

 

 

So kommst du zur Stoff- und Wollecke in Wunstorf

Bist du neugierig geworden und möchtest in der Stoff- und Wollecke stöbern gehen? So kommst du hin

 

Anfahrt:

Wunstorf ist sowohl mit der deutschen Bahn als auch mit dem Auto über die Autobahn 2 gut zu erreichen. Die Stoff- und Wollecke liegt am Ende der Fußgängerzone in der Langen Straße. Mit dem Bus kann man bis zur Haltestelle „Alter Markt“ fahren um einen besonders kurzen Weg zu haben, oder am Rathaus aussteigen und einen kleinen Spaziergang durch die Wunstorfer Fußgängerzone machen.

 

Adresse:

Stoff- und Wollecke

Lange Str. 60

31515 Wunstorf

 

Informationen zu Kursen, Angeboten, Öffnungszeiten und em aktuellen Sortiment findest du online unter:

https://www.stoffundwollecke-wunstorf.de

 

Achtung: Wie eingangs beschrieben, ist der Laden inzwischen geschlossen und unter dieser Adresse nicht mehr zu finden!

Hier gibt es einen aktuelleren Beitrag zum Thema Stoffläden in Wunstorf und am Steinhuder Meer, mit Adressen und Tipps. Wichtige Anlaufstellen für Stoff- und Wollfans sind in Wunstorf aktuell das Coldewerk in der Nordstraße und die Nähmaschinenerlebniswelt in der Langen Straße. 

Zum Abschluss noch einen kleinen Apell:

In den letzten Monaten und Jahren schließen immer mehr Stoffgeschäfte – leise, oft ohne großes Aufsehen, aber mit spürbaren Folgen. Für viele wirkt es auf den ersten Blick so, als läge die Ursache allein im Onlinehandel. Doch die Realität ist komplexer und deutlich vielschichtiger.

Stoffläden sind von mehreren Entwicklungen gleichzeitig betroffen. Die gestiegenen Miet- und Energiekosten treffen kleine Fachgeschäfte besonders hart. Während große Ketten Preissteigerungen abfedern können, bleibt für inhabergeführte Läden kaum Spielraum. Gleichzeitig sind auch die Einkaufspreise für Stoffe, Kurzwaren und Zubehör deutlich gestiegen – durch höhere Produktionskosten, Transportprobleme und eine insgesamt fragile globale Lieferkette. Diese Kosten lassen sich nicht unbegrenzt an Kund*innen weitergeben, ohne dass die Nachfrage leidet.

Hinzu kommt ein verändertes Konsumverhalten. Viele Menschen haben sich daran gewöhnt, alles jederzeit online bestellen zu können – oft günstiger, oft schneller, aber fast immer anonymer. Was dabei verloren geht, ist der Wert der persönlichen Beratung, der haptischen Erfahrung und des Austauschs. Ein Stoff ist mehr als ein Produkt: Man möchte ihn fühlen, das Gewicht spüren, die Farbe im Tageslicht sehen, Fragen stellen, Ideen entwickeln. All das kann kein Onlineshop ersetzen. Doch auch insgesamt sinkt die Bereichtschaft oder Möglichkeit, Geld in ein Hobby zu investieren. Umso wichtiger wird daher, wo wir unser Geld ausgeben.

Stoffgeschäfte sind Orte der Begegnung. Sie sind Treffpunkte für Kreative, für Anfängerinnen mit Unsicherheiten genauso wie für erfahrene Näherinnen mit konkreten Visionen. Hier entsteht Wissen, hier wird Mut gemacht, hier werden Projekte geboren. Wenn diese Orte verschwinden, geht nicht nur ein Laden verloren, sondern ein Stück gelebte Handwerkskultur und viel Wissen, das gerade in Kursen, Nähtreffs und Stricktreffen den Sprung von einer zur nächsten Generation schafft. Eine Art der Wissensweitergabe, die Früher selbstverständlich in Familie oder Schule stattfand, durch die Veränderungen des Zusammenlebens, der Freizeitgestaltung und der Lehrpläne inzwischen jedoch verloren geht.

Besonders tragisch ist, dass viele Stoffläden genau jetzt schließen, wo das Bedürfnis nach Entschleunigung, Nachhaltigkeit und Selbstwirksamkeit wächst. Nähen, Reparieren und Selbermachen stehen für bewussten Konsum – für Kleidung und Dinge mit Wert, Geschichte und Persönlichkeit. Lokale Stoffgeschäfte sind ein zentraler Teil dieses Kreislaufs.

Die bestehenden Läden zu unterstützen bedeutet deshalb mehr als nur einen Einkauf zu tätigen. Es bedeutet, Vielfalt zu erhalten, Wissen weiterzugeben und kreative Räume zu schützen. Jeder Meter Stoff, der vor Ort gekauft wird, ist ein kleines Bekenntnis zu Qualität, Gemeinschaft und regionaler Wirtschaft.

Wenn wir wollen, dass es auch in Zukunft Orte gibt, an denen Kreativität sichtbar und greifbar wird, dann lohnt es sich, genau jetzt bewusst hinzuschauen – und die Stoffläden zu unterstützen, die noch da sind. Denn was einmal geschlossen ist, kommt selten zurück.

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Bitte beachten: Ich bin nicht die Inhaberin eines Stoffgeschäftes, der Beitrag ist zu einem Besuch in einem Stoffgeschäft entstanden, das inzwischen geschlossen hat. Dennoch bietet Wunstorf tolle Möglichkeiten zum Kauf von Stoff, Wolle, Kurzwaren und Nähmaschinen und entsprehenden Kursen.

6 Kommentare

  1. Anja
    /

    ??
    Vielen lieben Dank! Es wird wirklich Zeit, dass du mal wieder bei uns reinschaust!

    • admin
      Autor
      /

      Ja, das muss ich unbedingt mal wieder- momentan bin ich nur einfach sehr selten in Wunstorf- das ändert sich aber evtl nächste oder übernächste Woche, wenn ich den „Oma-Babysitter-Service“ zur Prüfungsvorbereitung in Anspruch nehmen muss. Vielleicht bin ich dann auch mal früh genug da, damit ich noch bei euch vorbeischauen kann

      • Coldewerk
        /

        Bis dahin haben wir hoffentlich aufgeräumt. Es sind mehrere gefühlte 1000 Paketbomben mit Herbstwinter Neuheiten bei uns explodiert und wollen die Welt sehen.

  2. Anja Coldewey
    /

    Bis dahin haben wir hoffentlich aufgeräumt. Es sind mehrere gefühlte 1000 Paketbomben mit Herbstwinter Neuheiten bei uns explodiert und wollen die Welt sehen.

  3. Silke Hiekmann
    /

    Hallihallo 🙂
    Würde gern am kommenden Samstag – 27.07. in Deinen Laden kommen.
    Finde aber keine Öffnungszeiten . . .
    Kannst Du mir die bitte senden?
    Viele Grüße
    Silke

    • LaLilly
      Autor
      /

      Hallo,
      der Laden ist nicht meiner, und leider gibt es ihn auch nicht mehr. Dafür hat vor einigen Jahren das Coldewerk in der Nordstrasse 12 in Wunstorf eröffnet und führt wunderbare Stoffe. Dort ist samstags von 10-15 Uhr geöffnet.
      Liebe Grüße
      Lisa

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