Moin! Hast du dich auch schon mal gefragt, warum du die Nahtzugabe an Kurven manchmal einschneiden und in anderen Fällen kleine Zacken herausschneiden sollst?
Rundungen begegnen dir überall – an Kleidung, Taschen, Kuscheltieren oder Homeaccessoires. Und oft entscheidet genau dieser kleine Schritt über ein sauberes Ergebnis. In diesem Beitrag schauen wir uns den Unterschied zwischen konvexen und konkaven Kurven an und klären die einfache Regel, wann du die Nahtzugabe einschneiden und wann du sie auskerben solltest.
In diesem Beitrag zeige ich dir:
- und wie du saubere Rundungen nähst
- wann du welche Technik brauchst
- und was der Unterschied zwischen konvexen und konkaven Rundungen ist
Wann muss ich die Nahtzugabe an Kurven einschneiden oder auskerben?
Kurz gesagt:
Kurz gesagt:
Zeigt die Kurve nach innen → Nahtzugabe einschneiden
Zeigt die Kurve nach außen → Nahtzugabe auskerben
Konvex und konkav – welche Kurve ist welche?

Beim Nähen von Rundungen unterscheidet man zwei Arten von Kurven:
Konkave Kurve (nach innen)
Konkave Kurven zeigen in dein Nähstück hinein.
Typische Beispiele sind Ausschnitte oder Armöffnungen.
Hier ist die Außenkante der Nahtzugabe im Verhältnis zur Nahtlinie zu kurz.
Ohne Vorbereitung entsteht Spannung im Stoff – die Rundung lässt sich nicht glatt ausbügeln. Die Lösung: Die Nahtzugabe einschneiden.
Meine Eselsbrücke: Sowohl im Wort „einschneiden“ als auch im Wort „hinein“ steckt das Wörtchen „ein“.
Konvexe Kurve (nach außen)
Konvexe Kurven wölben sich nach außen. Du findest sie zum Beispiel an Taschenklappen oder Kragen.
Hier ist die Außenkante der Nahtzugabe im Verhältnis zur Nahtlinie zu lang. Der überschüssige Stoff legt sich in Falten und wird dadurch sichtbar. Die Lösung: Die Nahtzugabe auskerben
Auch hier habe ich eine Eselsbrücke für dich, denn sowohl das Wort „auskerben“ als auch das Wort „außen“ beginnen mit dem Laut „aus“.
Die Besonderheit von Kurven beim Wenden und Zusammenfügen
Konvexe und konkave Kurven begegnen dir nicht nur beim Verstürzen, sondern auch beim Zusammennähen von Rundungen, zum Beispiel beim Einsetzen der Schulterstücke im Classy Cape Alba, bei Teilungsnähten oder Patchwork. Der entscheidende Bereich ist die Schnittkante der Nahtzugabe, die parallel zur Nahtlinie verläuft.

Die einfachste Kurve ist ein Kreis. Wenn du eine Nahtzugabe hinzufügst, entstehen zwei Linien: die Nahtlinie innen und die Schnittkante außen. Diese beiden Linien sind unterschiedlich lang – und genau hier liegt das Problem.
Konvexe Kurve
Bei einer konvexen Kurve ist die Nahtzugabe länger als die Nahtlinie.

Beim Wenden wird die lange Schnittkante nach innen gedrückt – es liegt also zu viel Stoff auf zu wenig Raum. Ohne Vorbereitung legt sich dieser Überschuss in Falten und die Rundung wird ungleichmäßig und knubbelig.
Das sieht nicht nur unsauber aus, sondern kann auch beim Weiterverarbeiten stören – zum Beispiel beim Absteppen oder wenn mehrere Nähte aufeinandertreffen.
Konkave Kurve

Bei einer konkaven Kurve ist es genau umgekehrt: Die Nahtzugabe ist im Verhältnis zur Nahtlinie zu kurz.
Im Bild siehst du eine typische Situation: Den Schlüsselloch ausschnitt der an Blusen unterhalb des Halsausschnitts für Platz sorgt.

Beim Wenden entsteht Spannung im Stoff. Die Rundung lässt sich nicht glatt legen und steht oft unschön ab – besonders an Ausschnitten.
Ohne Vorbereitung ist es kaum möglich, den Stoff sauber auszubügeln.
Materialien zum Taschennähen

Bist du auch ein echter Taschen-Nähnerd? Dann bist du sicherlich genau wie ich immer auf der Suche nach neuen, spannenden Materialien und Tipps, wie du sie verarbeiten kannst! Daher möchte ich dir ein paar weiterführende Artikel zu Materialien rund ums Taschennähen empfehlen!
Tipps zu Arten und Pflege von Kunstleder findest du in meiner Materialkunde Kunstleder. Hinweise zur Verarbeitung gebe ich dir in meinem Beitrag zum Kunstleder Nähen!
Außergewöhnliches Zubehör wie Kunstleder, Taschenverschlüsse, Bodennägel, Karabiner und Nieten habe ich dir hier zusammengestellt und hier habe ich Werkzeuge, die dir bei der Verarbeitung helfen gesammelt!
Die Lösung
Konvexe Kurven: Nahtzugabe auskerben

Wenn du eine konvexe Kurve nähst, entfernst du den Stoffüberschuss, indem du kleine Dreiecke aus der Nahtzugabe herausschneidest.
👉 Zeigt die Kurve nach außen, schneidest du Dreiecke aus.

Durch die entstandenen Lücken kann sich die Nahtzugabe nach dem Wenden zusammenschieben und glatt anlegen.
Konkave Kurven: Nahtzugabe einschneiden

Bei einer konkaven Kurve wird die Nahtzugabe mit kleinen Einschnitten versehen.
👉 Zeigt die Kurve nach innen, schneidest du in die Nahtzugabe ein.
Die Einschnitte ermöglichen es dem Stoff, sich auseinanderzuziehen. So verschwindet die Spannung und die Rundung lässt sich sauber ausformen.

Wichtig ist, dass die Einschnitte und auch die Dreiecke direkt bis an die Naht heran reichen. Du schneidest also genau so weit, dass du gerade eben die Naht nicht verletzt.
Warum Einschneiden oder Auskerben besser ist

Eine häufige Alternative beim Umgang mit der Nahtzugabe an Kurven ist das einfache Zurückschneiden. Das kann funktionieren, führt aber – besonders bei dickeren Stoffen – oft zu sichtbaren Kanten neben der Naht und erschwert das Absteppen.
Eine eingeschnittene oder ausgekerbte Nahtzugabe liegt gleichmäßiger und sorgt für ein deutlich saubereres Ergebnis. Wenn du mit einer sehr breiten Nahtzugabe arbeitest, kannst du beide Methoden kombinieren: etwas zurückschneiden und zusätzlich einschneiden oder auskerben.
Übrigens: Auch beim Einsetzen von Ärmeln kann eine zu breite Nahtzugabe zu Spannungen führen. Wenn bei der Anprobe Zugfalten entstehen, kann es helfen, die Nahtzugabe nachträglich etwas zu kürzen.
Wenn du dir nur eine Sache merkst, dann diese:
👉 Nach außen = ausschneiden
👉 Nach innen = einschneiden
Mit dieser einfachen Regel werden deine Rundungen deutlich sauberer und lassen sich leichter verarbeiten. Ich hoffe, der Beitrag hilft dir dabei, Kurven künftig entspannter zu nähen.
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